Referate Bundeswehr
Am Dienstag, den 29. April, hatte der Vereinsvorstand zusammen mit Patrick Hofstetter und der MILAK einen Anlass organisiert, der mit einem Dreierlei an Vorträgen begeisterte.
Die geladenen Gäste und zugleich Referenten waren Dr. Phil. Martin C. Wolff, Leiter des Internationalen Clausewitz-Zentrums an der Führungsakademie der Bundeswehr, Major der Bundeswehr Birkhoff, Geschichtsstudent und Militäranalyst, und Hauptmann der Bundeswehr Schäbler, Referent für Sicherheitspolitik und Jugendoffizier für die Bundeswehr.
Im ersten Teil berichtete uns Dr. Wolff vom Weg der Bundeswehr und der Deutschen Regierung zur Definition der ersten deutschen Sicherheitsstrategie seit dem 2. Weltkrieg. Um diese auszuarbeiten benötigten die Verfasser erst ein möglichst klares Bild des Sicherheitsumfeldes und der darin vorhandenen aktuellen und potentiellen Bedrohungen. Diese Bedrohungsanalyse, auf Grund welcher die Sicherheitsstrategie beruhe, skizzierte uns Dr. Wolff in einer Kurzfassung. Auf dem aufbauend umriss der Referent den Weg der Deutschen Regierung und Bevölkerung zum veränderten Verständnis über Sicherheitsinteressen und der Notwendigkeit die Verteidigungsfähigkeit einerseits weiter zu denken und auch wiederherstellen zu können. Das Produkt daraus ist die neue Sicherheitsstrategie Deutschlands. Die Resultate daraus werden wir erst in der Zukunft beurteilen können.
Nach einer kurzen Atempause führte uns Major Birkhoff ein Teilproblem der operativen und strategischen Überlegungen vor. Er referierte über die Entwicklung der «Mittleren Kräfte». Diese Art von Verband ist konkret auf die Bedrohung im Osten Europas ausgerichtet. Die vorhandene Infrastruktur erschwert die Logistik zur Versorgung der Truppen, wie auch deren Rotation. Die Mittleren Kräfte sollten unabhängig der Eisenbahn grosse Verbände verschieben können, ohne auf die mechanisierten Mittel verzichten zu müssen. Zum Abschluss der Ausführungen beschrieb der Major noch die entsprechenden Mittel, die für diese Verbände zum Einsatz kommen werden und erklärte uns die Chancen und Risiken dieser neuen Art an Kräften in der Bundeswehr.
Den Abschluss der Vorträge machte Hauptmann Schäbler. Er beschrieb uns die Rolle eines Jugendoffiziers. Diese Bezeichnung steht für Mitglieder der Bundeswehr, welche unter anderem von Schulen in Deutschland angefragt werden, um den Schülern Fragen rund um das Thema Bundeswehr, Krieg und Verteidigung näher zu bringen. Dabei agieren sie inhaltlich zwar geschult, aber unabhängig von Vorgaben der Bundeswehr und können ihre Besuche so bedarfsgerecht wie möglich gestalten. Dabei geht es auch um die Sensibilisierung der Bevölkerung auf Aktionen der strategischen Widersacher Deutschlands im Informationsraum.
Allen Vorträgen folgten viele Fragen der gespannt zuhörenden Milizoffizieren und angehenden Berufsoffiziere. Diese wurden im Anschluss auch genutzt, um den Austausch zwischen allen Teilnehmern des Anlasses bei einem Bier zu vertiefen. Wir bedanken uns bei Patrik Hofstetter für die Organisation und bei den Referenten für ihre höchst interessanten Ausführungen!